Hygiene und Infektionsprävention | BFG Baselland

Nosokomiale Infektionen betreffen 5 bis 10% aller hospitalisierten Patienten und führen zu verlängerter Hospitalisierung, erhöhter Sterblichkeit und höheren Kosten. Die gute Nachricht: Etwa die Hälfte dieser Infektionen ist vermeidbar. Konsequente Hygienemassnahmen sind daher eine der wichtigsten Aufgaben im Pflegealltag.

Die Händedesinfektion ist die wirksamste Einzelmassnahme zur Prävention nosokomialer Infektionen. Sie ist einfach durchzuführen, kostengünstig und hochwirksam, wenn sie korrekt und zum richtigen Zeitpunkt erfolgt.

Vor Patienten-kontakt

Vor aseptischen Tätigkeiten

Nach Kontakt mit Körper-flüssigkeiten

Nach Patienten-kontakt

Nach Kontakt mit Patienten-umgebung

Händedesinfektion ist in der Regel wirksamer als Händewaschen mit Seife. Händewaschen ist nur notwendig bei sichtbarer Verschmutzung, nach Toilettengang oder bei bestimmten Erregern wie Clostridioides difficile (Sporen werden durch Alkohol nicht abgetötet).

Die persönliche Schutzausrüstung schützt dich und deine Patienten vor Infektionsübertragung. Die Auswahl der PSA richtet sich nach dem Übertragungsweg des Erregers und der Art der Tätigkeit.

Isolationsmassnahmen dienen dazu, die Übertragung von Krankheitserregern auf andere Patienten und Personal zu verhindern. Je nach Übertragungsweg werden verschiedene Isolationsarten unterschieden.

Wenn nicht genügend Einzelzimmer verfügbar sind, können Patienten mit dem gleichen Erreger im selben Zimmer untergebracht werden (Kohortierung). Dies ist besonders bei Ausbrüchen relevant.

Antibiotikaresistente Bakterien sind eine wachsende Bedrohung. Die häufigsten MRE im Spitalsetting sind MRSA, VRE und ESBL-bildende Enterobakterien. Swissnoso hat nationale Empfehlungen zur Prävention und Bekämpfung entwickelt.

MRSA kann schwere Infektionen verursachen (Wundinfektionen, Pneumonie, Sepsis) und ist gegen viele Antibiotika resistent. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über direkten Kontakt.

Massnahmen: Kontaktisolation, Einzelzimmer, Screening von Risikopatienten, Dekolonisationsbehandlung bei Trägern.

Risikopatienten werden bei Eintritt auf MRSA gescreent. Dazu gehören Patienten mit:

Bei MRSA-Trägern wird eine Dekolonisationsbehandlung durchgeführt, um den Erreger zu eliminieren:

Kontaminierte Oberflächen und Medizinprodukte können Erreger übertragen. Die korrekte Reinigung und Desinfektion ist daher Teil der Infektionsprävention.

Desinfektionsmittel benötigen eine bestimmte Einwirkzeit, um wirksam zu sein. Lies die Herstellerangaben und wische nicht zu früh trocken. Bei MRE-Patienten können längere Einwirkzeiten oder spezielle Desinfektionsmittel erforderlich sein.

In Schweizer Akutspitälern ist ein Spitalhygiene-Team für die Überwachung und Beratung zuständig. Die strukturellen Mindestanforderungen sind von Swissnoso definiert.

Pro 150 Betten ist mindestens ein Vollzeitäquivalent (Fachexperte/Fachexpertin für Infektionsprävention) erforderlich. Zusätzlich muss ein Facharzt/eine Fachärztin für Infektiologie mit Schwerpunkt Infektionsprävention beigezogen werden können.

PDCA-Zyklus und Qualitätssicherung

Wissenschaftliche Grundlagen für die Praxis

Sorgfaltspflicht und Dokumentation

Händehygiene: Die wichtigste Massnahme

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Isolationsmassnahmen

Multiresistente Erreger (MRE)

Flächendesinfektion und Aufbereitung

Organisation der Spitalhygiene

Quellen und weiterführende Informationen

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Die 5 Momente der Händehygiene (WHO)

Korrekte Durchführung

⚠ Händewaschen nur bei sichtbarer Verschmutzung

Komponenten der PSA

Reihenfolge beim An- und Ausziehen

Kohortierung

🦠 MRSA: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus

MRSA-Screening

Dekolonisation

Patientennahe Flächen

Medizinprodukte

⚠ Kontaktzeit beachten

Aufgaben des Spitalhygiene-Teams

Personalanforderungen nach Swissnoso

Qualitätsmanagement in der Pflege

Evidenzbasierte Pflege

Berufsrecht in der Pflege

🧤 Kontaktisolation

😷 Tröpfchenisolation

🌬️ Aerogene Isolation

  • Mindestens 3 ml Händedesinfektionsmittel verwenden
  • Alle Handflächen vollständig benetzen
  • Einwirkzeit von mindestens 20-30 Sekunden einhalten
  • Fingerkuppen, Daumen und Fingerzwischenräume nicht vergessen
  • Hände müssen vollständig trocken sein, bevor Handschuhe angezogen werden
  • Handschuhe: Bei Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten, Schleimhäuten oder nicht intakter Haut. Nach jedem Patienten wechseln!
  • Schutzkittel/Schürze: Bei Gefahr der Kontamination der Arbeitskleidung, bei Isolationspatienten.
  • Chirurgische Maske: Bei Tröpfchenisolation, zum Schutz des Patienten bei aseptischen Tätigkeiten.
  • FFP2/FFP3-Maske: Bei aerogener Übertragung (z.B. Tuberkulose, Masern, COVID-19 bei aerosolbildenden Massnahmen).
  • Schutzbrille/Gesichtsschutz: Bei Gefahr von Spritzern in die Augen.
  • Anziehen: Händedesinfektion → Kittel → Maske → Schutzbrille → Handschuhe
  • Ausziehen: Handschuhe → Händedesinfektion → Schutzbrille → Kittel → Maske → Händedesinfektion
  • PSA immer im Vorraum/Schleusenbereich ablegen, nie im Patientenzimmer
  • Nach Ablegen der PSA immer Händedesinfektion durchführen
  • Bei MRSA, VRE, ESBL und anderen MRE
  • Einzelzimmer wenn möglich
  • Handschuhe + Kittel bei Patientenkontakt
  • Patientenbezogene Pflegeutensilien
  • Bei Influenza, RSV, Pertussis, Meningokokken
  • Einzelzimmer, Tür geschlossen
  • Chirurgische Maske bei Kontakt <1-2m
  • Patient trägt Maske bei Transport
  • Bei Tuberkulose, Masern, Varizellen
  • Einzelzimmer mit Unterdruckbelüftung
  • FFP2/FFP3-Maske für Personal
  • Tür immer geschlossen halten
  • Bekannter MRSA-Anamnese
  • Verlegung aus Einrichtungen mit hoher MRSA-Prävalenz
  • Chronischen Wunden oder Hautläsionen
  • Liegenden Kathetern oder anderen Fremdkörpern
  • Aufenthalt in Ländern mit hoher MRSA-Rate
  • Mupirocin-Nasensalbe 3x täglich für 5 Tage
  • Antiseptische Ganzkörperwaschung mit Chlorhexidin oder Octenidin
  • Täglicher Wechsel von Bettwäsche und Handtüchern
  • Kontrollabstriche nach mindestens 48 Stunden Pause
  • Bettgestell, Nachttisch, Rufanlage, Türgriffe
  • Tägliche Wischdesinfektion bei Isolationspatienten
  • Schlussdesinfektion bei Entlassung/Verlegung
  • Einmalprodukte: Nicht wiederverwenden, fachgerecht entsorgen
  • Semikritische Produkte: Desinfektion (Kontakt mit Schleimhaut)
  • Kritische Produkte: Sterilisation (Kontakt mit sterilem Gewebe/Blut)
  • Überwachung von HAI-relevanten Keimen und Infektionsraten
  • Beratung bei Screening, Isolation und Desinfektion
  • Schulung des Personals
  • Überwachung der Händehygiene-Compliance
  • Intervention bei Ausbrüchen
  • Erstellung und Aktualisierung von Richtlinien