Schmerz ist subjektiv und komplex. Als Pflegefachperson spielst du eine zentrale Rolle
im Schmerzmanagement: Du erkennst Schmerzen, schätzt sie ein, dokumentierst
und leitest Massnahmen ein. Dieser Artikel gibt dir das Handwerkszeug für professionelles
Schmerzassessment und zeigt nichtmedikamentöse Methoden, die du selbst anwenden kannst.
Unbehandelte Schmerzen haben weitreichende Folgen: Sie verzögern die Genesung,
erhöhen das Komplikationsrisiko und beeinträchtigen die Lebensqualität massiv.
Der Expertenstandard Schmerzmanagement des DNQP macht klar: Jeder
Patient hat ein Recht auf schmerzarme Pflege.
Dabei gilt: Schmerz ist, was der Patient sagt, dass es ist.
Die Selbsteinschätzung hat Vorrang vor der Fremdeinschätzung. Auch wenn du
keine körperlichen Anzeichen siehst, ist der genannte Wert verbindlich.
Schmerzskalen sind standardisierte Instrumente zur Erfassung der Schmerzintensität.
Wichtig: Verwende immer dieselbe Skala bei einem Patienten, um vergleichbare Werte zu erhalten.
Die meistgenutzte Skala: Patienten geben ihre Schmerzstärke als Zahl von 0 bis 10 an.
Gilt als zuverlässigstes Instrument.
Tipp: Visualisiere die Skala, z.B. mit Karte. Rein verbale Anwendung ist für ältere Menschen schwieriger.
Eine 10 cm lange Linie ohne Zahlen. Der Patient zeigt auf der Linie,
wo sein Schmerz liegt. Auf der Rückseite liest du den Wert ab.
Vorteil: Keine Fixierung auf Zahlen. Nachteil: Schwieriger bei kognitiven Einschränkungen.
Symbolische Darstellung mit Gesichtern. Ideal für Kinder, Menschen mit
Sprachbarrieren oder leichten kognitiven Einschränkungen.
Auch bekannt als Wong-Baker-Skala. Besonders geeignet für Kinder ab 3 Jahren.
Die Schmerzintensität ist nur ein Teil des Bildes. Ein vollständiges Assessment
erfasst weitere Dimensionen des Schmerzes.
Wo genau tut es weh? Ausstrahlung? Mehrere Stellen?
Wie stark ist der Schmerz? (Skala 0-10)
Wie fühlt er sich an? Stechend, brennend, dumpf, ziehend?
Seit wann? Dauerschmerz oder Attacken? Wann am schlimmsten?
Was macht es schlimmer? Bewegung, Ruhe, bestimmte Positionen?
Was hilft? Medikamente, Wärme, Kälte, Ablenkung?
Der Expertenstandard fordert, dass Pflegende über nichtmedikamentöse Massnahmen
zur Schmerzlinderung Bescheid wissen. Diese Methoden sind besonders wertvoll bei
älteren Patienten, die bereits viele Medikamente nehmen.
Schmerzreduzierende Positionierung: LiN-Lagerung, Bobath-Konzept, Mikrolagerung. Entlastet Gelenke und Gewebe.
Wärmeanwendungen bei Verspannungen, Kälte bei akuten Entzündungen und Schwellungen.
Ätherische Öle wirken über das limbische System. Lavendel beruhigt, Pfefferminz kühlt.
Musik, Gespräche, Bilder, Handarbeit. Lenkt die Aufmerksamkeit vom Schmerz weg.
Atemübungen, Progressive Muskelentspannung und geführte Imagination reduzieren Anspannung. Auch Hypnose zur Schmerzlinderung wird erfolgreich eingesetzt.
Transkutane elektrische Nervenstimulation. Schwache Stromimpulse blockieren Schmerzweiterleitung.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Stufenschema für die medikamentöse
Schmerztherapie entwickelt. Als Pflegefachperson solltest du es kennen, um
ärztliche Verordnungen einordnen zu können.
Der multimodale Ansatz kombiniert medikamentöse mit nichtmedikamentösen Methoden.
Gerade bei chronischen Schmerzen gilt er als Goldstandard.
Nicht jeder Patient kann Schmerzen verbal äussern. Für diese Gruppen gibt es
angepasste Assessmentinstrumente.
Smiley-Skala ab 3 Jahren. Bei Säuglingen: Beobachtung von Mimik, Weinen, Körperhaltung. KUSS-Skala für postoperative Schmerzen.
NRS mit Visualisierung. Mehr Zeit geben, klar formulieren. Oft unterschätzen Ältere ihre Schmerzen oder halten sie für «normal».
BESD-Skala (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz): Atmung, Lautäusserung, Gesichtsausdruck, Körpersprache, Tröstbarkeit.
Verhaltensbeobachtung: Grimassieren, Schonhaltung, Abwehr bei Berührung, vegetative Zeichen (Puls, Blutdruck, Schwitzen).
Plötzlich auftretende starke Schmerzen, Schmerzen mit neurologischen Ausfällen oder
Schmerzen, die auf keine Therapie ansprechen, erfordern sofortige ärztliche Abklärung.
Dokumentiere und melde solche Situationen umgehend.
Angst, Depression und Stress verstärken das Schmerzempfinden. Umgekehrt kann
chronischer Schmerz psychische Probleme auslösen. Ein ganzheitlicher Ansatz
berücksichtigt immer auch die psychische Komponente.
Wissenschaft und Anwendung
Die Macht der Erwartung
Kommunikation bei Ängsten
Warum Schmerzmanagement so wichtig ist
Schmerzskalen richtig anwenden
Das differenzierte Schmerzassessment
Nichtmedikamentöse Methoden
Das WHO-Stufenschema
Spezielle Patientengruppen
Der Schmerzmanagement-Prozess
Die 6 Dimensionen des Schmerzassessments
WHO-Stufenschema der Schmerztherapie
Schritte im pflegerischen Schmerzmanagement
Quellen und weiterführende Links
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Verstärkende Faktoren
Lindernde Faktoren
Lagerung
Wärme/Kälte
Aromapflege
Ablenkung
Entspannung
TENS
Kinder
Ältere Menschen
Menschen mit Demenz
Nicht kommunikationsfähige Patienten
Warnsignale beachten
Der psychische Faktor
Medizinische Hypnose
Placebo und Nocebo
Angstpatienten führen
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DocCheck: Schmerzskala
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Schmerzgesellschaft: Multimodale Schmerztherapie
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Draco: Nichtmedikamentöse Schmerztherapie
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KCG: Schmerzassessment in der Geriatrie
Starke OpioideSchwache OpioideNicht-OpioideAssessmentDokumentationPlanungDurchführungEvaluation
NRS0 (kein Schmerz)510 (stärkster)VASKein SchmerzStärkster SchmerzSRS😊🙂😐😕😢😭Kein SchmerzStärkster SchmerzStufe 3 (z.B. Morphin, Fentanyl) ± Nicht-Opioide ± KoanalgetikaStufe 2 (z.B. Tramadol, Codein) ± Nicht-Opioide ± KoanalgetikaStufe 1 (z.B. Paracetamol, Ibuprofen, Metamizol) ± Koanalgetika1Systematische Erfassung von Schmerzintensität und -qualität bei Aufnahme und regelmässig im Verlauf.2Sorgfältige Dokumentation aller Werte, Massnahmen und deren Wirkung. Basis für Verlaufskontrolle.3Gemeinsam mit Patient und Arzt: Welche Massnahmen? Welches Schmerzniveau ist das Ziel?4Medikamentöse (nach Verordnung) und nichtmedikamentöse Massnahmen (eigenständig) umsetzen.5Wirksamkeit überprüfen: Hat der Schmerz abgenommen? Nebenwirkungen? Anpassung nötig?
