Studium oder Lehre? Bildungswege im Gesundheitswesen | BFG Baselland

Nach der obligatorischen Schule stehst du vor einer wichtigen Entscheidung: Lehre oder weiterführende Schule? Im Gesundheitswesen führen beide Wege zum Ziel. Das Schweizer Bildungssystem ist durchlässig, sodass du auch nach einer Lehre studieren kannst. Hier erfährst du, welcher Weg zu dir passt.

In der Schweiz ist kein Bildungsweg eine Sackgasse. Mit einer Berufsmaturität kannst du nach der Lehre an einer Fachhochschule studieren. Mit einem Passerellenjahr steht dir sogar die Uni offen. Das macht die Entscheidung weniger endgültig, als sie sich anfühlt.

Die berufliche Grundbildung kombiniert Arbeit im Lehrbetrieb mit schulischem Unterricht. Du verdienst vom ersten Tag an Geld und sammelst wertvolle Praxiserfahrung. Im Gesundheitswesen sind die beliebtesten Lehren:

Wenn du lieber länger zur Schule gehst und dir verschiedene Optionen offenhalten möchtest, ist die Fachmittelschule (FMS) oder das Gymnasium der richtige Weg. Die FMS mit Berufsfeld Gesundheit bereitet dich gezielt auf ein Studium im Gesundheitswesen vor.

Die FMS dauert drei Jahre und schliesst mit dem Fachmittelschulausweis ab. Mit der anschliessenden Fachmaturität (ein weiteres Jahr mit Praktikum) erhältst du Zugang zu Fachhochschulstudiengängen wie Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie oder Hebamme.

Breite Allgemeinbildung mit Fokus auf Gesundheit. Fächer wie Biologie, Chemie, Psychologie und Soziologie. Abschluss: Fachmittelschulausweis.

24 Wochen Praktikum im Gesundheitswesen plus Fachmaturitätsarbeit. Abschluss: Fachmaturität Gesundheit.

Bachelor in Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Hebamme oder Ernährung und Diätetik an einer Fachhochschule.

Das Gymnasium führt zur gymnasialen Maturität und öffnet alle Türen: Universität, ETH, Fachhochschule. Im Gesundheitsbereich ermöglicht die Matura das Medizinstudium (Numerus clausus beachten), Pharmazie oder andere universitäre Studiengänge.

Eine Lehre ist keine Sackgasse. Mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) stehen dir viele Türen offen. Das Schweizer Bildungssystem ermöglicht verschiedene Aufstiegswege:

Ich habe zuerst die FaGe-Lehre gemacht und dann die Berufsmatura nachgeholt. Heute studiere ich an der FH Pflege. Die Praxiserfahrung aus der Lehre hilft mir enorm.

Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung ist der Verdienst. Kurzfristig verdienst du mit einer Lehre früher Geld. Langfristig haben FH-Absolventinnen und -Absolventen höhere Löhne. Aber: Zufriedenheit im Beruf hängt von mehr ab als nur vom Gehalt.

Diese Zahlen sind Richtwerte. Der tatsächliche Lohn hängt von Kanton, Arbeitgeber, Funktion und Spezialisierung ab.

…gerne praktisch arbeitest, schnell Geld verdienen möchtest, dir einen konkreten Beruf vorstellen kannst und Freude am direkten Kontakt mit Menschen hast.

…gerne lernst, dir verschiedene Optionen offenhalten willst, ein Studium anstrebst oder noch nicht sicher bist, welchen Beruf du genau willst.

Egal für welchen Weg du dich interessierst: Eine Schnupperlehre im Gesundheitswesen hilft enorm. Du erlebst den Berufsalltag hautnah und merkst schnell, ob die Arbeit mit Menschen zu dir passt.

Die Region Basel bietet alle Bildungswege im Gesundheitswesen. Für die FaGe-Lehre ist die Berufsfachschule Gesundheit Baselland (BfG) in Münchenstein zuständig. Die Fachmittelschule wird an verschiedenen Standorten angeboten, unter anderem in Muttenz und Liestal.

Für weiterführende Ausbildungen stehen die Höhere Fachschule Gesundheit (HFGS) und die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zur Verfügung.

Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung hilft dir, den richtigen Weg zu finden.


Die Bildungswege im Überblick


Lehre vs. Studium: Der direkte Vergleich


Die Lehre: Praxis von Anfang an


Der schulische Weg: FMS und Gymnasium


Weiterbildungswege nach der Lehre


Lohn: Langfristiger Vergleich


Welcher Weg passt zu mir?


Bildungsangebote in der Region Basel

Berufliche Grundbildung

Schulischer Weg

Vorteile und Nachteile der Lehre

Fachmittelschule (FMS) Gesundheit

Gymnasium mit Matura

Vorteile und Nachteile des schulischen Wegs

Entscheidungshilfe

Fragen, die dir helfen

Noch Fragen zur Berufswahl?


Durchlässiges Bildungssystem

Schweizer Bildungssystem Gesundheit


Dauer


Verdienst während Ausbildung


Lernform


Dauer bis Abschluss


Verdienst während Ausbildung


Lernform


Vorteile


Nachteile

Jahre 1 bis 3: FMS

Jahr 4: Fachmaturität

Ab Jahr 5: FH-Studium


Vorteile


Nachteile

Lehre ist richtig für dich, wenn du…

FMS/Gymnasium passt, wenn du…


Schnupperlehre empfohlen

Quellen

  • EBA: 2 Jahre
  • EFZ: 3 Jahre
  • Lehrlingslohn ab 1. Jahr
  • CHF 750 bis 1’550/Mt.
  • 60% Betrieb (Praxis)
  • 30% Berufsfachschule
  • 10% überbetriebliche Kurse
  • FMS: 3 Jahre + Fachmaturität
  • Gymnasium: 4 Jahre
  • Kein reguläres Einkommen
  • Evtl. Stipendien möglich
  • Vollzeitschule
  • Breite Allgemeinbildung
  • Praktika (FMS)
  • Fachfrau/Fachmann Gesundheit (FaGe) EFZ: 3 Jahre, direkter Patientenkontakt
  • Medizinische Praxisassistent/in (MPA) EFZ: 3 Jahre, Arztpraxis
  • Assistent/in Gesundheit und Soziales (AGS) EBA: 2 Jahre, Einstiegslehre
  • Dentalassistent/in EFZ: 3 Jahre, Zahnarztpraxis
  • Lehrlingslohn von Anfang an
  • Viel Praxiserfahrung
  • Gute Jobchancen nach Abschluss
  • Berufsmatura möglich (BM2)
  • Sinnvolle Arbeit ab Tag 1
  • Kürzerer Weg in den Beruf
  • Spezialisiert auf einen Beruf
  • Weniger breite Allgemeinbildung
  • Körperlich anspruchsvoll
  • Tieferer Einstiegslohn als FH
  • Schichtarbeit schon früh
  • Breite Allgemeinbildung
  • Viele Optionen offen
  • Zugang zu FH und Uni
  • Höhere Löhne nach Studium
  • Akademischer Titel möglich
  • Mehr Zeit für Berufswahl
  • Kein Einkommen während Ausbildung
  • Längerer Weg bis zum Beruf
  • Weniger Praxisbezug
  • Höhere Gesamtkosten
  • Numerus clausus bei Medizin
  • Wie lerne ich am liebsten? Praktisch im Betrieb oder theoretisch in der Schule?
  • Brauche ich Einkommen? Muss ich mich finanziell selbst tragen?
  • Weiss ich schon, was ich will? Habe ich einen konkreten Berufswunsch?
  • Wie wichtig ist mir ein Studium? Möchte ich später forschen oder unterrichten?
  • Wie lange will ich in der Ausbildung sein? Schnell arbeiten oder länger lernen?
Abschluss Zugang zu Dauer
FaGe EFZ Höhere Fachschule (HF) Pflege 2 Jahre (verkürzt)
FaGe EFZ + BM Fachhochschule (FH) Pflege 3 Jahre
FaGe EFZ + BM + Passerelle Universität 1 Jahr Passerelle + Studium
AGS EBA FaGe EFZ (verkürzt) 2 Jahre
Abschluss Einstiegslohn Nach 10 Jahren
FaGe EFZ CHF 4’500 bis 4’800 CHF 5’500 bis 6’200
Pflegefachperson HF CHF 5’600 bis 6’000 CHF 6’500 bis 7’500
Pflegefachperson FH (BSc) CHF 6’000 bis 6’500 CHF 7’000 bis 8’500
Physiotherapeut/in FH CHF 5’800 bis 6’500 CHF 7’500 bis 9’000


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FH Bachelor PflegeFH PhysiotherapieUni MedizinHF PflegeHF BiomedizinHF RettungssanitätEFZ FaGeEFZ MPAEBA AGSFMSGymnasiumEFZ / EBAFMS / Gymnasium

Tertiär A
Tertiär B
Sek II
Marco T., Student FH Gesundheit